Logbuchbericht zu Dibba und Musandam |
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Zwei tolle Wochen an der Ostküste der Emirate im Wenn Kurt von "seinem" Hausriff spricht, leuchten seine Augen auf und die ganze Liebe zu diesem Fleck und seinen Bewohnern schwingt in seinen Worten mit. Auch Margrit kann nach all den vielen Tauchgängen an "ihrem Riff" mit der Begeisterung kaum zurück halten. Dabei erscheint das Tauchgebiet auf den ersten Blick als eher beschränkte Tauchmöglichkeit. Wer aber die Gelegenheit ergreift und immer wieder andere Wege durch die Unterwasserlandschaft rund um diesen Felsen sucht, der wird sich wundern, wer da alles wohnhaft ist und welche Überraschungen warten. Dibba Rock ist ein sehr dynamisches Riff. Während zwei Wochen durften wir bei unseren täglichen Tauchgängen die stete Erneuerung des Riffes und der Wechsel von Leben mit verfolgen und beobachten. Plötzlich hatten die grossen Seenadeln keine dicken Bäuche mehr, dafür schwebte vor ihnen eine kleine Wolke durchsichtiger Fäden mit einem braunen Punkt. Der Nachwuchs war da! Während Tagen waren die gestreiften Korallenwelse stets am gleichen Felsblock anzutreffen. Plötzlich waren sie weg. Dafür lagen danach immer ein grosser und ein kleiner Rochen im Sand darunter. Aus kleinen Fischen wurden grosse. Die Wohnhöhlen der Pistolenkrebse und ihren Wächtergrundeln vergrösserten sich von Tag zu Tag. Stets zur die gleiche Tageszeit war ein Adlerrochen im 4m-Bereich anzutreffen, etc. etc. Durch wiederholtes Tauchen durften wir teilnehmen am aktiven Leben rund um den Dibba Rock. Aber nebst der Riesenseenadel (40cm lang) und den Seepferdchen, finden man am Dibba Rock noch andere Dibba spezifische Bewohner. Zum Beispiel die Brunnenbauer und ihre kunstvoll angelegten Wohnröhren. Dieser Fisch ist ein genialer Architekt und seine Behausung gleicht einem alten, gemauerten Ziehbrunnen. Nicht selten reichen diese Röhren bis zu einem Meter in die Tiefe des Sandbodens. Als "echter Emirati" leisten sich diese "Sheiks" natürlich auch Personal. Putzergarnelen leben mit ihnen zusammen und an den aufgeschichteten Wänden ihrer Brunnen haben sich nebst kleinen Röhrenwürmer auch Miniseescheiden angesiedelt. Vom Brunnenbauer selbst ist meist nur der grosse Kopf mit den riesigen Kulleraugen sichtbar. Mit viel Geduld und etwas Glück kann man ihn jedoch beobachten, wenn er aus seinem Brunnen schiesst, um nach einer Beute zu schnappen oder wenn er sich gar vor seiner Wohnröhre auf Lauer legt. Die ulkigen Kerle sind uns während unseren Dibba-Tauchgänge sehr ans Herz gewachsen. Nicht nur ihre Baukünste, sondern auch ihre grossen fragenden Augen haben uns zu absoluten Brunnenbauer-Fans werden lassen. Soviel zu den etwas speziellen Bewohner des Hausriffes. Verlässt man danach die sandige Tiefe und schwebt entlang des Felsens im 8m Bereich, findet man sich in einem Fischstrudel wieder. Hier huschen hunderte von Süsslippen den Felsen entlang. Riesige Schnapperschulen kurven herum und grosse Makrelen auf Beutefang schiessen herbei. In ihrem Gefolge, ab und zu Thunfische oder auch mal eine Indische Fadenmakrele. Die Füsiliere stehen in der Strömung. Dazwischen taucht eine Hunderterformation von silbrig glänzenden Grossmaulmakrelen auf. Sie gleichen einer dicht an dicht fliegenden Formation von glänzenden Konservendosen. Synchron öffnen und schliessen sie ihre riesigen Mäuler um Plankton zu filtern, während sie wie eine Horde Irrer mit einem "Affenzahn" durch das Wasser auf jeden zu jagen, um kurz vor dem Zusammenprall einfach abzudrehen. Der Felsen ist bewachsen mit gelb blühenden Büschen aus schwarzer Koralle und lila Weichkorallen. Aus den Spalten geifern Muränen. Während einem Tauchgang zählte ich sieben verschiedene Arten. Sehr oft anzutreffen ist die Weisse Muräne, aber auch Netzmuränen sind hier wohnhaft und die braungesprenkelte Weissaugen-Muräne schlängelt auch des tags durch Gegend. Mehrbarben, Brassen, Rotzahdrücker, Picasso's, Koffer- und Kugelfische, Flötenfische, Rotfeuererfische, Drachenköpfe, Korallenwelse, Zackis, Kaiser-, Fledermausfische und viele mehr sind hier am Dibba Rock genau so anzutreffen wie Barakudas und Schwarzspitzhaie. Eines gehört unausweichlich zum Tauchgang am Dibba Rock, die Begegnung mit den Schildkröten. Einzeln, manchmal zu fünft oder zu acht, zwischen den Felsen grasend, oder schlafend in den Korallen anzutreffen, nie schreckhaft, eher neugierig, verhalten sie sich gegenüber den komischen Blubberfischen mit ihren Flaschen auf dem Rücken. Sie lassen sich von den Tauchern nicht stören, scheinen zu wissen, dass ihr Freund Kurt auf seine sanfte Art jedem Taucher eingetrichtert hat: "Hier ist die Schildkröte zu Hause, ihr seit die Gäste, also benehmt euch wie Gäste. Seit willkommen, wenn Frau Schildkröte den Besuch zu lässt, aber geht, wenn sie sich gestört fühlt." Bei MAKU finden man nicht nur eine kleine professionell geführte Basis mit Top Leihmaterial und gut gewarteter Infrastruktur. Hier wird auch für die Zukunft der Riffe gelebt. Natur- und Umweltschutz sind bei Margrit und Kurt nicht nur schöne Worte. Sie erbringen auch Taten. Riffbewohner und Tauchgäste danken es. Hier sei vorab einmal ein schriftliches DANKESCHÖN festgehalten. Ausflüge mit Ahli's Speedboote in den nördlichsten Teil des OMAN alles ist möglich, MAKU organisiert es. MUSANDAM, eine mystische Berglandschaft. Trockene, steinige Täler. Bergkämme auf denen, vom Wind geschüttelt, die Bäume ihre Kronen wie Sturmfrisuren tragen, genährt durch meterlange Wurzeln im kargen Boden und der nicht nachlassenden, hohen Luftfeuchtigkeit. Zerklüftete, zum Teil steilabfallend, ragen die Felswände aus dem blauen Wasser des Indischen Ozeans, welcher hier den Namen "Arabisches Meer" trägt. Durch die Berge des Musandam, winden sich Meerarme, norwegischen Fjorden gleich, und münden in einsamen Buchten, in welchen sich ab und zu ein Fischerdorf oder eine kleine Stadt schmiegt. Siedlungen, nur erreichbar über mühselige Saumpfade durch die Berge, oder besser, per Boot auf dem Seeweg. Die Gegend wäre eine geeignete Kulisse für die Verfilmung der Geschichte "die Rote Zora". Wie versteinerte Fabelwesen erheben sich, eckig und kantig, felsige Inseln aus dem Wasser und inspirieren den Träumer und Geschichtenerzähler zu neuen Abenteuern. Durch die Erosion verlöchert, schroff, zum teil spitz, dann wieder mit sanften Rundungen und im grellen Weiss der Tagessonne oft nur als Schatten in diversen grau, braun und schwarz Tönen, sind die Konturen des Festlandes sichtbar. Bei Sonnenuntergang färbt sich die Landschaft in goldenes Ocker und warmes Rot. Aus den milchigen Schattenbilder wächst eine Bergwelt von majestätischer Schönheit. Musandam, ist die Landschaft für "Tausend und eine Geschichte". Sie bietet viel Stoff für die Wachträume am Lagerfeuer, wie zum Beispiel am MAKU-Lager, in der Bucht des Khor Habalayan. Hier finden sich die Taucher ein, wenn sie endlich dem Wasser den Rücken zu kehren, um sich unter dem Sternenzelt des omanischen Himmels zum Schlummertrunk zu versammeln. In den Konturen der Felsen entdecken die einen das Abbild von Ursula Andres, als versteinerte Göttin über die Bucht wachend, ein anderer sieht im gleichen Felsen eher ein Drachen oder ein Monsterfisch. So hat jeder eigene Fabelwesen, welche ihn in den manchmal mühsam zu findenden Schlaf begleiten. Denn ungewohnt kann die Hitze sein, wenn nicht eine kühle Briese vom Meer her, die stets schnurrende Klimaanlage des Hotelzimmers ersetzt. Ein Overnight-Trip in den Oman ist nicht nur mit Lagerromantik verbunden. Man muss auch gewillt sein die etwas unangenehmeren Seiten eines Freiluftzimmers in Kauf zu nehmen. Kurt und Margrit scheuen kaum einen Aufwand, um Ihren Gästen dieses einmalige Erlebnis zu gewähren. Kurt organisiert den Tauchbetrieb, verlädt nebst zahlreichen Flaschen, Ersatzmaterial und Sauerstoffnotfallkoffer auch einen Generator auf Ahli's Speedboote, welche die Gäste dann in die abgelegenen Winkel des Habalayan schippern. In einer der einsamen Buchten organisieren Ahli und seine Crew das Zeltlager und die Verpflegung. Noch Tage danach schwärmen die Teilnehmer von diesem herzhaften, arabischen Grillabend. Als grosser Idealist lässt Kurt mit viel Energie und Körpereinsatz die Träume der MAKU-Gäste wahr werden. Aber natürlich ist es nicht nur die Lagerfeuerromantik, welche die Taucher in diese abgeschiedene Welt zieht. Als Flossenträger sind es vor allem die noch grössten Teils unberührten Tauchplätze, welche sie magisch anlockt. Die Unterwasserlandschaft ist gezeichnet von Gelb und Blau auf dunklem Felsengrund. Tauchen im Schattenbereich eines Berges ist eine eher düstere Angelegenheit. Sobald jedoch das Sonnenlicht dazukommt, erstrahlt die Unterwasserlandschaft in sanften braun, grün und vor allem gelb und blau Tönen. Bis auf 10m trifft man auf wunderschöne Steinkorallenformationen. Unterhalb dieses Bereiches kleben ganze Buschwälder schwarzer Koralle an den Felsen, welche ihre gelben "Blüten" der Strömung entgegen strecken. Ebenso dicht stehen hier blauen Weichkorallen. Mit Kunstlicht betupft, leuchten sie in Dunkel- und Helllila. Das Wasser dieses Meeres ist nicht mit dem Strahleblau des Roten Meeres oder der Karibik hinterlegt, sondern mit den Farben Grün, Blau und Anthrazit. Die Temperaturen variieren von 24 bis 30°. Ein idealer Brutkasten für Algengrün und Plankton, was ab und zu eingeschränkte Sichtweiten zur Folge haben kann, dafür aber einen enormen Fischreichtum mit sich bringt. Durch die Berge am Ufer bricht das grelle Licht der Sonne oft in gebündelten Bahnen strahlenförmig durchs das blaugrüne Wasser und man hat das Gefühl einen Spaziergang durch einen unserer Tannenwälder zu machen, wenn sich das Licht in den hohen Tanne erst einmal bündelt, um danach in weissen Bahnen zum Boden zu dringen. Barakuda, Schwarzspitz- und Ammenhai sind genauso vertreten wie Gitarren-, Sand- und Adlerrochen. Elegant stehen Fledermausfische in Gruppen zusammen. Grosse Schulen von Süsslippen, Schnappern, Füsilieren und herum schwirrenden Preussenfischen locken Makrelen aller Arten und jeden Kalibers an. Besonders angetan waren wir von der Indischen Fadenmakrele und dem eleganten Flattertanz ihrer silbernen Flossenfäden. In den Spalten und Löcher hausen Krebse, Garnelen und Langusten. Tagsüber nur an den Antennen zu erahnen, aber auf dem Nachttauchgang trifft man sie dann vor ihren Behausungen an. Riesige Rotfeuerfische hängen am Tag fast unbeweglich nahe an Felsenüberhängen und Spalten, um bei aufkommender Dämmerung durch ihr Revier zu schweben. Drachenköpfe verharren gut getarnt im Riff. Über dem Sand amen Sepias kleine Korallenblöcke nach, gleich daneben vergräbt sich eine Flunder. Ja und dann kommt auch noch die immer anwesende Schildkröte vorbei. Barakuda, Schwarzspitz- und Ammenhai sind genauso vertreten wie Gitarren-, Sand- und Adlerrochen. Elegant stehen Fledermausfische in Gruppen zusammen. Grosse Schulen von Süsslippen, Schnappern, Füsilieren und herum schwirrenden Preussenfischen locken Makrelen aller Arten und jeden Kalibers an. Besonders angetan waren wir von der Indischen Fadenmakrele und dem eleganten Flattertanz ihrer silbernen Flossenfäden. In den Spalten und Löcher hausen Krebse, Garnelen und Langusten. Tagsüber nur an den Antennen zu erahnen, aber auf dem Nachttauchgang trifft man sie dann vor ihren Behausungen an. Riesige Rotfeuerfische hängen am Tag fast unbeweglich nahe an Felsenüberhängen und Spalten, um bei aufkommender Dämmerung durch ihr Revier zu schweben. Drachenköpfe verharren gut getarnt im Riff. Über dem Sand amen Sepias kleine Korallenblöcke nach, gleich daneben vergräbt sich eine Flunder. Ja und dann kommt auch noch die immer anwesende Schildkröte vorbei. Tauchen im Oman bedeutet nebst unberührten Tauchgebieten, auch die Begegnung mit einer unvergleichbaren, mystischen Unterwasserwelt. Was die Kulisse oberhalb verspricht, hält die Landschaft und ihre Bewohner unter Wasser. An Margrit und Kurt, sowie an Ahli und seine Crew geht unser herzliches Dankeschön für die unvergesslichen Momente im Musandam. |